WSR093 Vitamin B6, Niacinamid und Biotin

In dieser Episode sprechen Hans-Dieter Höltje und Bernd Rupp erneut über Vitamine. Diesmal haben sie sich Vitamin B6, Nicotinamid und Biotin vorgenommen.

Reaktion von NAD⁺ zu NADH + H+.
Reaktion von NAD⁺ zu NADH + H+: Anlagerung eines Hydrid-Ions (rot) an das Nicotinamid-Ring-System gemäß den roten Pfeilen. Das Proton (blau) liegt danach als freies H+ vor. Die Reaktion ist reversibel, wobei insgesamt zwei Wasserstoffatome (grün) umgesetzt werden; Quelle: Hans-Dieter Höltje.

Bei Vitamin B6 gehen sie zunächst auf den Begriff der Bioäquivalenz ein. Das Vitamin kommt chemisch sowohl als Alkohol, Aldehyd als auch als Amin vor und wird während der unterschiedlichen Biosynthesereaktionen, an denen es beteiligt ist, von einer Form in die andere überführt. Hans-Dieter und Bernd betrachten den Mechanismus der Bildung biogener Amine im Detail und erklären auch den Unterschied zwischen Aldiminen und Ketiminen.
Bei Nicotinamid erklären sie den Aufbau von NAD⁺ und besprechen insbesondere die Reaktion von NAD⁺ zu NADH + H⁺ als zentrale Funktion für die Rolle von Nicotinamid im Stoffwechsel.
Abschließend besprechen sie die Struktur von Biotin und erläutern seine Funktion als CO₂-Träger („Scavenger“) im Körper. Dabei fängt Biotin freigesetztes CO₂ ein, das anschließend in zahlreichen biochemischen Reaktionen verwendet werden kann.

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Gewürzkuchenrezept von Hans-Dieters Mutter

Da uns viele von euch danach gefragt haben, teilen wir hier gern das Originalrezept aus Episode WSR092 Wisspod-Adventskalender 2025: Die Weihnachtsgewürze – Anis, Nelke, Muskat, Zimt und Kardamom, das Hans-Dieter von seiner Mutter überliefert bekommen hat:

          • 100 g Mehl
          • 50 g Maizena (Maisstärke)
          • 150 g Butter
          • 150 g Zucker
          • 4 Eier
          • 8 g Backpulver = 1/2 Tüte
          • 100 g geriebene Blockschokolade
          • 100 g gehackte Haselnüsse
          • 75 g gehacktes Zitronat
          • 75 g gehacktes Orangeat
          • 1 TL Zimt
          • ½ TL Nelkenpulver
          • ½ TL Anis oder Sternanis
          • ¼ TL Kardamom
          • ¼ TL Muskatnuss

Den fertigen Teig in eine gut gefettete Kastenform füllen und bei 175 °C Ober-/Unterhitze auf der untersten Schiene etwa 50–55 Minuten backen.
Den Kuchen vollständig auskühlen lassen und anschließend mit Zuckerguss (50 g Puderzucker mit 1 EL Wasser verrührt) bestreichen.
Den fertigen Kuchen am besten mindestens drei Wochen in einer Blechdose durchziehen lassen.

Viel Freude beim Backen des Gewürzkuchens und eine schöne Adventszeit!

Hans-Dieter und Bernd

 

 

WSR092 Wisspod-Adventskalender 2025: Die Weihnachtsgewürze – Anis, Nelke, Muskat, Zimt und Kardamom

Im Rahmen des  Wissenschaftspodcasts Adventskalender 2025 besprechen Hans-Dieter Höltje und Bernd Rupp eine Reihe von Gewürzen, die traditionell in weihnachtlichen Speisen und Getränken verwendet werden. Hans-Dieter stellt dafür kurz ein Gewürzkuchenrezept vor, dass er von seiner Mutter bekommen hat. Neben den üblichen Kuchenzutaten kommen dabei Anis, Nelke, Muskat, Zimt und Kardamom in den Teig.
Hauptverantwortlich für die charakteristischen Eigenschaften des Anis ist das Anethol. Danach besprechen Hans-Dieter und Bernd das Eugenol als Hauptbestandteil des ätherischen Öls der Gewürznelke und erinnern daran, dass man früher Gewürznelken kaute, um ihren schmerzstillenden Effekt bei Zahnschmerzen zu nutzen. Bei der Besprechung von Myristicin aus der Muskatnuss erklärt Hans-Dieter, was diese Substanz mit dem Amphetamin MMDA zu tun hat.

Logo des Wissen{schaft}spodcasts Adventskalender 2025.

Anschließend erinnert sich Bernd gern an seine Studienzeit, da er Zimtaldehyd, wie es im Zimt vorkommt, als eine der ersten Substanzen im organischen Praktikum herstellen durfte und es so bei ihm das ganze Semester nach Weihnachten roch. Abschließend beschreibt Hans-Dieter noch Terpinylacetat und Cineol aus Kardamom und freut sich darüber, dass seine Mutter auch dieses Gewürz in den Kuchen gegeben hat, da der Kuchen durch den Kardamom bekömmlicher wird.

Wir hoffen, ihr habt beim Hören dieser Episode genauso viel Spaß wie wir bei der Aufnahme, und wir würden uns freuen, euch auch in unseren weiteren Episoden begrüßen zu dürfen. Empfehlt uns gern weiter.
Wir wünschen euch eine schöne Adventszeit und viel Spaß beim Hören des WissPod Adventskalender 2025!

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WSR091 CAR T-Cell Targeting oder der Todeskuss der Serienkiller - Interview mit Dr. Markus Barden

In dieser Episode spricht Bernd Rupp mit Dr. Markus Barden vom  Leibniz-Institut für Immuntherapie am Universitätsklinikum Regensburg. Markus Barden ist Postdoc in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hinrich Abken und forscht im Bereich der genetischen Immuntherapie, insbesondere daran, wie CAR-T-Zellen ihre Zielstrukturen noch präziser erkennen können.

Dr. Markus Barden mit Headset und Koffein-Applikator; Quelle: Wirkstoffradio.

Zu Beginn erklärt Markus, was eine CAR-T-Zelle ausmacht, wie T-Zellen Zielstrukturen identifizieren und welche Reaktionen darauf folgen. Er beschreibt die Entwicklung der CAR-T-Zelltechnologie von der ersten Generation bis hin zu den aktuellen Konstrukten der vierten Generation, den sogenannten TRUCKs. Diese werden am LIT entwickelt und in die klinische Anwendung überführt. TRUCKs können nicht nur Tumorzellen erkennen und eliminieren, sondern zusätzlich Zytokine freisetzen, um weitere Immunzellen zu rekrutieren, die die Krebsbekämpfung unterstützen.

Abschließend besprechen Markus und Bernd, wie neue CAR-T- oder TRUCK-Konstrukte für die Therapie solider Tumore den Weg vom Labor über die Produktion bis in die klinische Anwendung finden.

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WSR090 Einführung in die Vitamine, B1 Thiamin und B2 Riboflavin

In dieser Episode sprechen Hans-Dieter Höltje und Bernd Rupp über Vitamine.
Nach einer kurzen Einführung zu den besonderen Aufgaben der Vitamine und ihrer Einteilung in wasser- bzw. fettlösliche Vitamine konzentrieren sie sich in dieser Episode auf den Vitamin-B-Komplex, insbesondere auf die Vitamine B₁ und B₂.

Umlagerung des TPP zum Carbanion. Es wird ein Proton vom Pyrimidinring auf das Glutamat-59 (Glu59) der Pyruvatdehydrogenase übertragen. Dadurch wird das mesomere System im Pyrimidinring umgelagert (rote Pfeile). Übertragung eines Protons vom Thiazolring auf den Pyrimidinring (grüner Pfeil). Auf diese Weise entsteht das Carbanion am Thiazolkohlenstoff, während das Pyrimidinsystem von der chinoiden Imin-Form wieder in die aromatische Form übergeht. Quelle: Hans-Dieter Höltje.

Zunächst besprechen sie Vitamin B₁, auch bekannt als Thiamin. Dabei erklärt Hans-Dieter Höltje ausführlich den Pyruvatdehydrogenase-Komplex und beschreibt detailliert die drei Schritte dieses Enzyms sowie die Rolle des Thiamins im aktiven Zentrum. Er zeigt, wie der aus Pyruvat entstehende Hydroxyethylrest zunächst in einen Acetylrest umgewandelt wird, der anschließend auf eine Liponsäure und schließlich auf Coenzym A übertragen wird.
Im zweiten Teil sprechen Hans-Dieter und Bernd über Vitamin B₂, also Riboflavin, und seine Funktion im Körper als Bestandteil von FAD bzw. FADH₂. Dabei erläutern sie, wie sich das mesomere System in einem Teil des Moleküls während der Reduktionsreaktion verändert.

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